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Nordfriesland

Illustration von Nina Sievers

Komm! Komm mit! Zieh deine Gummistiefel an und pack deine Regenjacke ein! Wir fahren ans Meer. Nein, nicht an den warmen Sandstrand im Süden. Unsere Reise beginnt in Nordfriesland, im hohen Norden.

Fühlst du schon den Wind, der dir ins Gesicht weht und siehst du die Schiffe, die auf dem wackeligen Meer zu den Inseln fahren? Hier lebt Liselotte Zottelwind. Ihr Haar ist stets ganz zottelig vom Wind, denn sie wohnt in einem kleinen Reetdachhaus am Deich. Gleich dahinter erstreckt sich das Meer, die Nordsee. Liselotte liebt das Meer, denn es verbindet sie mit der ganzen weiten Welt. Oft macht sie einen Spaziergang zwischen den Schafen und Lämmern, die auf dem Deich grasen, hört dem Geschrei der Möwen zu, die durch die Lüfte fliegen, und blickt hinaus aufs Wasser. Dann träumt sie davon, wie sie hier einfach in ein Boot steigt und alle ihre Freunde besucht.

 

Liselotte hat viel von der Welt gesehen und war auf jedem Kontinent. Doch vor einigen Jahren ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt. Vielleicht hatte sie genug vom Reisen oder sie hat ihren geliebten Schietwetter-Tee zu sehr vermisst. Sie weiß es nicht so recht.

Jetzt bekommt sie hier Besuch von all ihren Freunden oder Freunden von Freunden oder auch von entfernten Bekannten. „Ganz egal“, meint Liselotte, „mein Haus steht allen offen.“

Da sie jahrelang von vielen lieben Menschen auf der ganzen Welt empfangen wurde, ist für sie ganz klar, mit der gleichen Herzlichkeit Menschen in ihrem Haus willkommen zu heißen.

 

Liselotte lebt in einem schnuckeligen, gemütlichen Haus mit einem großen Garten. Es wimmelt nur so von Schmetterlingen und die Bienen summen über die vielen leckeren Blüten hinweg. Die Vögel zwitschern, die Hühner gackern und es duftet überall herrlich nach Blumen und Kräutern.

Liselotte erntet aus ihrem Gemüsebeet bunten Mangold, Karotten und Zwiebeln für das Mittagessen. Peer und Mats, die Nachbarskinder, sind auch schon da. Den Mund vollgestopft mit bunten Beeren kommen sie zum Gemüsebeet, um Liselotte zu helfen.

„Boa, ist die groß!“, schmatzt Peer seinen Freund Mats an.

„Was meinst du denn?“, schmatzt dieser zurück.

 

„Na die Möhre da!“ Peer zeigt auf ein riesiges Büschel im Gemüsebeet. „Komm, hilf mir mal! Die ziehen wir raus!“